Wie magische Momente entstehen

Grillkohle Manchmal habe ich das Glück, Tage, Abende und Stunden zu erleben, die magisch sind. Momente, in denen alles passt – nicht weil alles perfekt läuft, sondern weil alles gut so ist, wie es gerade ist. Gestern Abend haben wir mit Freunden in unserem Garten gegrillt, keine Seltenheit, auch das obligatorische Lagerfeuer nach der Essensschlacht nicht. Trotzdem war der Abend magisch, das dämmerte mir, als ich wieder zu Hause war. Wie entstehen magische Momente?

Die Chancen, dass der Abend großartig werden würde, waren vormittags bereits gut. Wir haben einen Rasenmäher gekauft, eine Fahnenstange aufgestellt und eine Höhle unter der Wiese unseres Gartens entdeckt. Die XXL-Krakauer zum Frühstück vom Baumarktparkplatz sollte nur der Anfang sein. Anders gesagt: Wir hatten einfach eine gute Zeit und waren entspannt. Entspannung ist immer ein guter Ausgangspunkt. Ich habe gestern Abend noch lange darüber nachgedacht, was den Abend aber an sich zu einem magischen machte. Drei Dinge kamen mir in den Sinn:

Erwartungen herunterschrauben

Erwartungen an sich und andere müssen erfüllt werden, sonst stellt sich schlechte Laune ein. Je höher die Erwartung… desto schwieriger ist es, sie in die Realität umzusetzen. Habe ich keine Erwartungen – so wie an die gestrige Abendgestaltung -, dann kann auch nichts schief gehen und sich keine Enttäuschung breit machen. Man muss nicht immer alles perfekt machen. Und die anderen erst recht nicht.

Die anderen machen lassen

Während meine Erwartungen zunächst einmal “nur” mein Problem sind, so spielt sich dieser Punkt zwischen mir und den Menschen ab, mit denen ich Zeit verbringe. Mein Rhythmus, Dinge zu tun, ist ein anderer als der meiner Mitmenschen. Ihrer ist anders als meiner. Manche sind pünktlich, manche vergesslich, manche nervös und andere schläfrig. Wenn jeder so handeln kann, wie er sich wohl fühlt, dann wird auch jeder sein bestes zu einer Situation beitragen und die Zeichen auf Magie stehen.

Unerwartetes begrüßen

Egal, wie die eigenen Erwartungen aussehen und egal wie viel Mühe sich jeder einzelne gibt, es wird immer etwas Unerwartetes geschehen. Gestern fing es mehrmals an zu regnen. Wären nicht alle Beteiligten so entspannt gewesen, hätte dies das buchstäbliche Aus für die Grillkohle, das Essen und die Gemütlichkeit bedeuten können. Statt dessen haben wir alle Schirme zusammengesammelt, die wir zur Verfügung hatten, und den Grill und unsere gute Stimmung vor dem Erlöschen bewahrt. Der Regen war einfach Teil des Abends. Er war nicht eingeplant, kam unerwartet, aber weil alle ihn – zugegebener Maßen mit Schirmen – begrüßt haben, kam er nicht ungelegen. Wir sind ein wenig zusammengerückt.

Was glaubst Du? Ist die Sache so einfach oder kann und darf man gar nicht versuchen, hinter das Geheimnis magischer Augenblicke zu kommen?

Photo von Ben.

Was Dich auch interessieren könnte

Und wenn Dir dieser Eintrag gefallen hat, kannst Du uns helfen, ihn bekannt zu machen: Erzähle anderen davon und abonnieren die Einträge! Danke dafür.
    Mr. Wong   Einträge abonnieren

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Persönlichkeitsentwicklung und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber du kannst Kommentieren.

8 Kommentare

  1. Ben
    Erstellt am 8. August 2010 um 15:38 | Permanent-Link

    Erinnert mich an eine Handlungsmaxime von Adam Smith, dass das allgemeine, gesellschaftliche Glück maximiert werde, indem jedes Individuum im Rahmen seiner ethischen Gefühle versucht, sein persönliches Glück zu erhöhen. Sehr schön!

    • Tim
      Erstellt am 9. August 2010 um 23:31 | Permanent-Link

      Klingt kompliziert. Anders: Jeder macht, worauf er Bock hat und man hat zusammen einfach eine gute Zeit. Danke für den Hinweis auf Adam Smith! Scheint ein weiser Mann gewesen zu sein… :)

  2. Erstellt am 8. August 2010 um 22:24 | Permanent-Link

    Ist auch meine Erfahrung. Tolle und besondere Momente, Partys, Abende etc. lassen sich nicht planen, sondern ergeben sich oder eben auch nicht. Aber nicht nur das: Diese Momente lassen sich auch nicht wiederholen. Guter Artikel!

    • Tim
      Erstellt am 9. August 2010 um 23:34 | Permanent-Link

      Danke Jens! Richtig, sie lassen sich nicht wiederholen und genau so: Sie lassen sich nicht vergleichen! Es spielt keine Rolle, wie viel Menschen auf der letzten Party waren, dass die Sonne beim letzten Zoo-Besuch mehr geschienen hat oder das früher alles besser war.

  3. Nadine
    Erstellt am 9. August 2010 um 14:43 | Permanent-Link

    Es war einfach schön!

  4. Klaus
    Erstellt am 11. August 2010 um 10:03 | Permanent-Link

    über das suchen und finden von Glück

    …das mit dem Glück ist so eine ähnliche Sache wie mit der Liebe…- man sucht, man möchte, man will, man fordert, man fleht und bettelt aber diese beiden verfluchten Biester, die nicht selten allein unterwegs zu seien scheinen, lassen sich einfach nicht blicken, egal wie zwanghaft man…

    …Liebe und Glück lassen sich nicht zwingen, nicht suchen, nicht bändigen, nicht verstehen, nicht fangen, nicht einsperren, nicht zähmen.

    Sie kommen und gehen wann Sie wollen – es sind ja schließlich 2 Biester.

    Schenkt dir dein Leben also solche glücklichen Momente, dann verschwende nicht deine Zeit mit dem verstehen – dafür ist Glück zu flüchtig, lass dich überwältigen, schwimme mit, hol tief Luft und tauche ein. Lass dich berauschen…

    …denn der nächste scheiß Tag kommt bestimmt.

    Mein kleiner Kommentar zu deinem Artikel.
    Liebe Grüße.

    PS: Adam Smith kann mich mal :)

    • Ben
      Erstellt am 16. August 2010 um 19:31 | Permanent-Link

      Hallo Klaus, nur so aus Interesse – warum kann der Herr Smith dich denn mal? :)

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird niemals veröffentlicht oder verteilt.
Benötigte Felder sind mit * markiert.

*
*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

web development