Twitter wächst – derzeit schneller als anderen sozialen Netzwerke. Dies liegt sicher daran, dass Mikroblogging gerade hipp ist. Und Twitter ist hier nun einmal der dickste Fisch im Teich. Aber abgesehen von aller medialen Aufmerksamkeit und der Tatsache, dass sich die meisten Menschen oft auch bei den Größten finden (was sich gegenseitig wohl beeinflusst), verdankt Twitter seinen Erfolg auch seiner Schnelligkeit und Einfachheit. Vor kurzem habe ich einen schnellen und einfachen Weg vorgestellt, mit dessen Hilfe man sich über sein Bauchgefühl ein wenig klarer werden kann.
Ich setze ich diese Idee fort und stelle mein Konzept des Mikrotagebuchs vor.
Was Du dazu brauchst
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten seine Notizen und Gedanken auf einem PDA oder Handy zu speichern und zu synchronisieren. Mein Favorit ist Evernote. Ich nutze Evernote vor allem für umfangreichere Inhalte wie Linksammlungen oder um meine PDFs an einem zentralen Ort zu speichern. Wenn ich etwas schnell festhalten will, dann ist das klassische Notizbuch immer noch am einfachsten im Gebrauch und findet sich in seiner wohl schönsten Form bei Moleskine. In der Tasche am rückseitigen Deckel kann man kleine Organizer-Stifte wie zum Beispiel den Mini Pen Classic von Filofax unterbringen.
Ein Notizbuch – und damit ein Mikrotagebuch – ist dann am effektivsten, wenn man es gerne dabei und schnell zur Hand hat. Daher bieten sich kleine Notizbücher und Stifte an, die Dir im Idealfall auch noch am Herzen liegen.
Wie Du ein Mikrotagebuch führst
Neben der Einfachheit ist das zentrale Argument für ein Mikrotagebuch seine Schnelligkeit. Gedanken und Gefühle lassen sich zwischen Tür und Angel festhalten. Du brauchst keinen festen Zeitraum am Tag einzuplanen, der dann unter Umständen aus Bequemheit oder Stress hinten über fällt. Versuche, einen Gedanken oder ein Gefühl, dass Du gerne bewahren möchtest, in nur einem Satz zu formulieren. Durch die freiwillige Begrenzung auf einen Satz musst Du dir zwangsläufig darüber klar werden, worum es Dir genau geht, was der Pudels Kern und der Kern der Sache ist. Nutze es für die wirklich wesentlichen Gedanken und Gefühle. Wenn es nichts zu schreiben gibt, dann lass es. Als Kind habe ich in mein Tagebuch geschrieben, dass ich aufgestanden bin und mir die Zähne geputzt habe. Dies ist nichts, an das Du dich erinnern musst. Besonders bei schwierigen Entscheidungen kann Dir das Führen eines Mikrotagebuchs helfen, um Dir – wie bei der Strichliste auch -, den Prozess der Entscheidungsfindung etwas klarer vor Augen zu führen.
Nutze das Mikrotagebuch, wie Du dir die Zähne putzt: Je regelmäßiger Du es benutzt, desto mehr geht das schnelle Notieren von Gedanken und Gefühlen in Fleisch und Blut über und Du greifst irgendwann automatisch zu Deinem Notizbuch.
Noch ein Tipp: Ein Notizbuch für alles
Bis vor kurzem habe ich ein privates Notizbuch gehabt, eines für meine Texte und ein drittes für den Beruf. Mittlerweile nutze ich nur noch ein einziges für alle Lebensbereiche. Daher habe ich es in jeder Situation dabei und alle Gedanken – egal ob beruflich oder privat – immer zur Hand.
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4 Kommentare
Die Idee mit dem Ein-Satz-Gedanken und die dadurch “gezwungene” Beschränken auf das Wesentliche ist eine tolle Übung. Werde ich mal ausprobieren. Seine Gedanken und Gefühle in einem Satz zu beschreiben ist nicht gerade die Stärke einer Frau ;-)
Dankeschön für Deinen Kommentar! Die Idee des Beschränkens auf einen Satz (oder sogar noch weniger) kannst Du immer schön bei Power-Point-Präsentationen sehen. Wenn der Folienhintergrund vor lauter Text nicht mehr zu erkennen ist, dann ist eigentlich auch klar: Der Verfasser/Präsentator wusste nicht ganz genau, was er mit der Folie wirklich aussagen will. Einen klaren Blick hat derjenige, der nur kurze Sätze, Stichpunkte, sogar einzelne Wörter und gar nur ein Bild benötigt.
Schöner Artikel!
Hätte bis vor kurzem auch nicht gedacht, dass ich mal ein “Mikrotagebuch” führen würde. Seit ich auf die nette iPhone-App “Momento” gestoßen bin, hat sich das allerdings förmlich aufgedrängt…
Mit Momento werden nicht nur die ohnehin vorhandenen Kanäle (Twitter, Flickr, last.fm) angezapft und in eine übersichtliche Kalender-Form gebracht, sondern man kann seine Notizen und Einträge auch gleich noch mit diversen Tags (Personen, Orte, Customtags) sowie einer Wertung versehen. Damit macht das Führen eines Mikrotagebuchs wirklich Spaß!
Ein ausführlicherer u.a. Bericht hier:
http://www.macstories.net/iphone/momento-review/
Hallo Marcel, Danke für Deinen Kommentar und für den Tipp! Seit meinem ersten PDA drehe ich mich bei der Frage “digital oder klassisch” im Kreis. Trotz eines iPhones in der Hosentasche bin ich derzeit wieder beim klassischen Notizbuch gelandet. Es ist einfach schneller zur Hand und leichter – gerade in Stresssituationen – zu handlen. Zudem ist es ein kleiner Zeitzeuge, meine voll geschriebenen Notizbücher landen immer in meinem Bücherregal. Bei all meiner digitalen Sammelwut habe ich doch die Erfahrung gemacht, dass man seltener rein schaut, als bei einem gedruckten oder handgeschriebenen Dokument. Interessant an Momento ist die Vernetzung aller genutzter Dienste! Für ein Mikrotagebuch ist mir dies jedoch schon wieder zu komplex, da ich gerade die Einfachheit und Reduzierung auf Stift und Zettel schätze. All die Internetdienste sind schon in sehr viele Lebensbereiche eingedrungen – da tut die Konzentration auf die wirklich wichtigen Gedanken ganz gut. Manchmal überhört man diese bei dem ganzen Rauschen.