Was Dein Arbeitsplatz gegen Schreibblockaden tun kann

Schreibe oder werde abgeschrieben Schreibblockaden gehören zu meinem täglich Brot. Nicht nur bei Expedition Ego, sondern auch in meinem Beruf. Als Konzeptioner und PR-Berater ist dieser Fluch existentiell. Als würde ein Buchhalter morgens in die Arbeit kommen und mit einem Mal vergessen, wie ein Dreisatz gerechnet wird – den ich nebenbei bis heute nicht so recht verstanden habe. Je mehr ich mich in meine Schreibblockade herein steigere, desto weniger will es klappen. Je panischer ich werde, desto weniger kann ich an meiner eigenen Situation in diesem Moment etwas ändern. Und wenn die Arbeit aber doch getan werden muss? Dann wechsele ich den Arbeitsplatz.

Unser Umfeld hat einen großen Einfluss darauf, wie wir mit unserer Arbeit zu Rande kommen. Wenn ich einfach nicht weiter weiß, dann wechsele ich als erstes den Arbeitsplatz. In diesem Artikel gehe ich zunächst einmal nur auf das Schreiben in den vier Wänden ein. In einem weiteren beschreibe ich, wo man sonst noch Schreibblockaden aus dem Weg räumen kann.

Der Schreibtisch übt Druck aus

Wenn ich am Schreibtisch sitze, denke ich fast automatisch, dass ich etwas erreichen muss. Dann setze ich mich auf die Couch und versuche, mich beispielsweise an entspannte Fernsehabende zu erinnern. Langsam merke ich, wie ich mich entspanne und langsam komme ich auch wieder in einen Schreibfluss. In vielen Firmen gibt es Couch-ähnliche Sitzplätze wie Sessel im Konferenzraum oder in der Besprechungsecke. Sich hier in eine behagliche Stimmung zu bringen ist ungleich schwerer als zu Hause, trotzdem wird sich die neue Situation positiv auf das eigene Empfinden auswirken. Wichtig ist, dass es um das angenehme Sitzen geht, wenn im Konferenzraum ausschließlich Gedanken an anstrengende Meetings in den Sinn kommen, dann ist dies ganz bestimmt nicht der richtige Ort, um Schreibblockaden loszuwerden.

Die Couch macht schläfrig

Im Gegensatz dazu sitze ich manchmal auf der Couch, bin müde und setze mir in den Kopf, dass Geschaffte des Tages mit etwas Schreiben abzuschließen. Ich wurschtele zwei Stunden an drei Sätzen herum, und merke irgendwann, dass ich besser schlafen gehen sollte. Mittlerweile versuche ich früh genug den Rettungsanker zu ziehen und mich dann in eine Umgebung zu versetzen, die mir klar macht: hier wird gearbeitet. Dann setze ich mich aufrecht an den Schreib- oder Esstisch, entspanne noch einen Moment und versuche erneut mein Glück. Das aufrechte Sitzen auf einem Stuhl und an einem Tisch bedeutet zugleich: Mache es Dir nicht allzu gemütlich, Du bist zum Schreiben hierhin gekommen. Dass der Arbeitsplatz weit mehr als Stuhl und Tisch ist, ist leicht zu erkennen. Welche Situationen fallen Dir als erstes ein, wenn Du an einen Schreibtisch denkst? Und welche Situationen fallen Dir als erstes ein, wenn Du an einen Esstisch denkst? Dort, wo ich arbeite, gibt es einen großen Esstisch in der Küche. An diesem kann ich in einem fast heimeligen Umfeld schreiben, ohne es mir zu gemütlich zu machen: ein Mittelding zwischen Schreibtisch und Couch.

Bleib stehen, wenn gar nichts mehr hilft

Eine recht neue Art zu schreiben habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt. Durch das Schreiben im Stehen komme ich in Situationen voran, in denen ich früher aufgegeben und mich einer anderen Tätigkeit zugewandt hätte. Dazu stelle ich das Notebook ungefähr auf die Höhe meines Halses, so dass mein Nacken nicht ermüdet und ich meine Arme nicht allzu weit nach oben räkeln muss, um an die Tastatur zu kommen. Glücklicherweise gibt es bei meinem Sekretär genau eine solche Position. Ideal wäre auch ein eigenes Schreibpult, dass man sogar an unterschiedlichen Stellen in der Wohnung aufstellen könnte. Hohe Fensterbänke könnten eine Alternative sein oder Schränke. Im Stehen zu schreiben ist sozusagen meine diplomatische Schreibposition. Sie setzt mich nicht zu sehr unter Druck und sorgt zugleich dafür, dass ich mich nicht selbst einlulle. Ich habe einfach zu viel Angst davor, einfach umzufallen.

An welchen Orten schreibst Du?

Das Foto wurde von meliah aufgenommen.

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