Wir haben 13.10 Uhr und läuft alles planmäßig, so startet exakt jetzt das Flugzeug und bringt mich auf eine berufliche Reise nach Lanzarote. Einem Ort, der wie kaum ein anderer zu zeigen scheint, wie stark ein Mensch mit der Natur um die Gestaltung eines Fleckens Erde wetteiferte. Weitab von vielem, was mir lieb ist und hin zu vielem, was ich liebe, trunken der Erfahrungen und Eindrücke, die mich dort erwarten werden, stelle ich mir die Frage: Was bedeutet es, reich zu sein?
Ein Versuch: Ich bin reich, denn…
…80% meines Lebens durfte ich immer genau das machen, was mir Freude bereitete.
…80% meiner Arbeitszeit darf ich genau das machen, was meine Persönlichkeit widerspiegelt.
…80% meiner Freizeit darf ich mit meiner Familie, meinen Freunden und meinen Hobbys verbringen.
…80% meiner Zeit fühle ich mich auf dem Weg sicher, den ich gehen darf.
…ich weiß, wieviel 80% sind!
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5 Kommentare
Eine schöne Liste, die für mich aber genau an einem Wort scheitert: . Wieso? Wer erlaubt dir denn? Dein Reichtum begründet sich also durch Unterordnung?
Ich weiß, das könnte Wortklauberei sein, aber in dem Kontext – und gerade weil du das Wort so betonst: wäre bei “reich sein” dann nicht ein Konstrukt um “…weil ich es mir leisten/erlauben kann”/“weil es mir möglich ist” passender?
Wenn ich nur dadurch “reich” (egal ob nun materiell oder geistig) werde, dass ich mich unterordne – danke, nein, ich passe.
Reich sein
Die Top3 bei google:
Reich sein – Dein gutes Recht
Reichsein will gelernt sein
…reich sein
Komme ich mit dieser Mini-Recherche wirklich weiter, wenn ich ein Abbild dessen haben will, was der durchschnittliche Nutzer des Webs mit “reich sein” verbindet?
Schließt es sich aus – ein Recht zu besitzen, welches vorab er(ge)lernt werden muss?
Wie fühlt sich reichsein wirklich an…..?
Gibt es eine maximale natürliche Grenze des sich-reich-fühlens? Fühle ich mich bei materiellem Reichtum mit 30 Mio. genauso wie mit 15?
In diesem Sinne ….stellt Euch weiter (reich)lich Fragen, um heraus zufinden….was reichsein ausmacht
Hallo Ben! Danke für Deinen Kommentar. Das Wort “darf” verstehe ich hier nicht in einem devoten, unterordnenden Kontext. Für mich ist die Verwendung dieses Wortes nicht Signal mangelnder Selbstbestimmung, viel eher das senecaisch Einordnende in das Gefüge dieser Welt. “Dürfen” vestehe ich hier als ein respektvolles Entgegennehmen eines Geschenkes – oder besser vieler Geschenke -, die ich bisher erhalten durfte – und eben nicht genommen habe. Sicher ist es immer die Balance zwischen dem, was man selbstbestimmt und wortwörtlich schafft und dem, was sich – auf Grund anderer wie auch immer offener oder verborgener Regularien – einem eröffnet. Bisher bin ich weit davon entfernt, eine Antwort hierauf gefunden zu haben. Insofern ist es für mich dankbares “dürfen” in Ehrfurcht vor all dem, dass so viel mehr ist als ich.
Liebe Melanie, was bedeutet denn für Dich Reichtum?
(eigener) Reichtum ist das Nicht-Wahrnehmen von (eigener) Armut