Ist ein Problem immer ein Problem? Diese Frage habe ich mir oft gestellt, wenn ich mich von einem Moment auf den anderen inmitten eines Konfliktes wiedergefunden habe. Sehe nur ich das Problem oder hat es Hand und Fuß? Denn häufig merke ich im Nachhinein, dass – auch wenn alle Anzeichen auf Sturm stehen – nicht immer die Welt zusammenbricht, nicht immer jemand schlecht zu mir ist und nicht immer ich verraten und verkauft wurde. Um genauer zu sein: Kaum ein Problem hat sich im Nachhinein als ein wirkliches herausgestellt. Welche Möglichkeiten gibt es, für die Zukunft zu lernen und entspannter Konflikten gegenüber zu treten?
Ist es ein Problem oder ist es Dein Problem?
Wenn ein Problem auftritt, sei es real oder nur in meiner Wahrnehmung, dann scheint es zunächst einmal keinen Unterschied zu machen, ob es ein Problem oder mein Problem ist. Wenn es mir schlecht geht, dann spielt die Ursache zunächst einmal keine Rolle! Weit gefehlt: Ein Autounfall ist von sich aus unangenehm, seine Konsequenzen ebenso. Auf einer Banane auszurutschen kann dagegen – keine schweren Verletzungen vorausgesetzt – ebenso amüsant sein, wie auch den ganzen Tag versauen.
Siehst Du eine Schlange, dann lauf
Die meisten Alltagsprobleme sind keine Dramen. Und trotzdem scheint es fast so, als sei es einfacher, gestresst zu sein, als gelassen. Woran liegt das? Tritt eine gefährliche Situation auf, so schaltet unser Gehirn den gesamten Organismus auf Abwehrhaltung um. Wir richten unsere volle Aufmerksamkeit auf den Störenfried: Flucht oder Angriff. In jedem Fall aber Reaktion! Auf diese Weise können wir schnell handeln. In Urzeiten voll Schlangen, Bären und verfeindeten Stämmen ein Mechanismus, der das Überleben sicherte. Und heute? Das System ist das alte, nur die lebensbedrohlichen Situationen sind nicht mehr die gleichen, wenn sie denn im Alltag überhaupt noch vorhanden sind.
Halte Deine Aufmerksamkeit im Blick, bleib bei der Realität
Welchen Ausweg aus dem Stress gibt es? Wie kann man Probleme in Luft auflösen? In dem man trainiert, nicht zu reagieren, sondern zu agieren. In dem man selbstbestimmt Situationen gegenübertritt und nicht die Situation entscheiden lässt:
- Werde Dir darüber bewusst, dass Dich die gegenwärtige Situation belastet und fühle diese Belastung, verdränge nicht
- Atme mehrere Male tief durch
- Schau Dich um und erkenne das wirkliche Ausmaß der Situation
- Mach Dir klar, dass Du handeln kannst, wie es Dir beliebt
- Nimm Dich und Dein Ego zurück, löse den Konflikt mit Bedacht
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Nicht nur, weil es um die Konfliktlösung geht. Es geht vor allem darum, das eigene Ego möglichst rauszuhalten. Gerade dann, wenn der Konflikt sich (noch) nicht lösen lässt. Auf einer Banane auszurutschen kann auch für ein Lachen sorgen, wenn man sich selbst nicht zu ernst nimmt und nicht das eigene Ego durch das Schmunzeln der Beobachter bedroht sieht. Oft ist nämlich eben diese potenzielle Bedrohung des Egos das eigentlich Stress auslösende.
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2 Kommentare
Jedenfalls lösen sich Probleme nicht in Luft auf, wenn man sie ignoriert ;)
Schöne, praktische Anwendungen des “(sich-)bewusst-seins”.
Richtiger Umgang mit dem Stress erfordert, neben der Vermeidung des Stresses, die Stressresistenz. Man muss die persönliche Einstellung und Prioritäten ändern.
Häufig macht man sich zu viele Gedanken über ein bestimmtes Thema. Diese Gedanken sind schuld daran, dass man sich nicht entspannen kann. Während der Zeit, in der man sich vom täglichen Stress erholen sollte, grübelt man sogar abends über ein oder mehrere Themen. Dadurch schafft man nicht sich von dem stressigen Alltag zu erholen.
Oft handelt es sich bei dem Gedanken um eine Sache, die entscheidend ist für die eigene Zukunft. Nichtsdestotrotz sollte man sich im Klaren werden, dass diese Sache wahrscheinlich nicht wichtiger ist als die eigene Gesundheit. Denn, nichts auf der Welt ist wichtiger als die eigene Gesundheit.
Dem Stress trotzen
Meistens wird man schnell merken, dass die Sache eigentlich doch nicht so wichtig ist. Weder wird davon großen Schaden erleiden, noch wird es andere verletzen.