
‘Glück’ liegt nicht darin, dass man tut, was man mag, sondern mag, was man tut.
Am Samstag habe ich per Zufall in einem Fotoladen eine Postkarte mit diesem Zitat entdeckt. Zugegeben, ich bin zunächst vor allem auf das Motiv abgefahren. Es zeigt ein Pärchen beim abendlichen Spaziergang, dem ein Hund auf den Fersen folgt. Ich hatte irgendetwas mit Glück gelesen, den Hund, das glückliche Pärchen gesehen und spontan die Karte gekauft. Als ich die Karte zu Hause wieder ausgepackt hatte, war ich mir gar nicht so sicher, ob es wirklich einen Unterschied zwischen “mögen, was man tut” und “tun, was man mag” gibt. Mittlerweile glaube ich, dass der Unterschied riesig ist.
Tust Du, was Du magst?
Ich bin ein glühender Verfechter, der Aussage “Tu, was Du magst”. In allen Lebensbereichen. Mir ist dieses Leben sehr kostbar. Ich habe keine Lust auf einen Job, der mir zu schaffen macht, auf zahllose Bekannte, wo ich doch lieber eine Hand voll Freunde hätte oder Familienmitglieder, denen ich auf Grund einer genetischen Verwandtschaft über den Weg laufen muss. Man kann sehr glücklich werden, wenn alles so läuft, wie man sich das vorstellt. Tut es das nicht, ist das Geheule groß. Der Ärger kann unausstehlich sein und der Schmerz tief sitzen, wenn die eigenen Erwartungen nicht erfüllt werden, wenn Unvorhergesehenes überrascht – was im Leben ständig passiert. Besonders dann, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, nur sich selbst gegenüber Rechenschaft abzulegen.
Du machst Dein Glück abhängig davon, dass Du immer machen kannst, wonach dir der Sinn steht.
Oder magst Du, was Du tust?
Zu tun, was man mag, hat viel mit der eigenen Erwartung zu tun. Mit dem “wie ich es gerne hätte”, mit einer Vorstellung, die nicht Wirklichkeit ist. Zu mögen, was man tut, bedeutet dagegen, eine Situation zu akzeptieren und das beste daraus machen zu wollen. “Mögen” verstehe ich wie als annehmen und nicht als abstreiten: die Chancen zu sehen, nicht die Hindernisse.
Natürlich musst Du nicht jede Situation einfach blindlings akzeptieren. Aber vieles, was nicht auf den ersten Blick Erfüllung verspricht oder vielleicht einfach nur lästig ist, kann einen Schritt weiter schon eine kostbare Erfahrung sein. Wenn Dein Blickwinkel stimmt!
Deine nächsten Schritte: Raus aus der Komfortzone
Wenn Du mögen willst, was Du tust, dann ist das so lange einfach, wie die Dinge um Dich herum angenehm sind. Solange Dir Dinge Spaß machen, ist das ein Kinderspiel. Aber kannst Du auch mögen, was Dir ungewohnt erscheint, was unsicher ist und wessen Sinn Du nicht sofort erkennst?
Suche Dir eine leidige Arbeit:
- Räume den Speicher auf
- Putze den Keller
- Sortiere Deine wichtigsten Unterlagen (Bank, Steuern, Belege etc.)
Wichtig: Such Dir eine sinnvolle Aufgabe, vielleicht etwas, dass Du schon länger erledigen wolltest.
Nimm diese Aufgabe an und beobachte Dich dabei genau:
- Fallen Dir auf einmal wichtigere Dinge ein?
- Stellst Du die Arbeit in Frage?
- Stellst Du diesen Test in Frage?
- Schaffst Du es, durchzuhalten?
- Oder wirst Du die Arbeit aufschieben?
- Willst Du sie halbherzig erledigen, nur damit Du es geschafft hast?
Beobachte genau, wie und ob sich Deine Einstellung ändert! Wie hast Du dich zu Beginn gefühlt? Wie nachdem Du den Test abgebrochen oder die Arbeit erledigt hast? Bist Du einen Schritt aus Deiner Komfortzone gegangen und hast die Arbeit akzeptiert?
Das Foto des Altbauern wurde von c_pichler aufgenommen.
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2 Kommentare
Du wirst es nicht glauben, aber vor drei Tagen habe ich genau diesen Test gemacht: Steuerunterlagen zusammensuchen, sortieren und für Steuerberater fertig machen. Also nicht gerade eine Arbeit, die man gern macht, da immer irgendetwas fehlt und nachgeordert werden muss.
Ok, mein erstes Gefühl: Flucht
Und die Frage: Wo fange ich nur an?
Zweites Gefühl: Motiviert
Gedanke: Komm schon, dann hast du es endlich hinter dir.
Drittes Gefühl (nach der Hälfte getaner Arbeit): Stolz
Gedanke: cool, schon soweit.
Und nachdem ich fertig war habe ich mich richtig gut gefühlt, ja fast schon befreit.
Das ist dann auch meine Motivation für die nächsten bevorstehenden nervigen Sachen, die erledigt werden müssen: die danach folgende Befreiung ;-)
Punktlandung, Susann! Mit Deinem Kommentar füllst Du meinen Beitrag mit Leben. Dankeschön!