Worauf willst Du eigentlich hinaus? Keine gute Frage, wenn Du in einem Gespräch herausfinden willst, was Deinem Gegenüber wirklich auf dem Herzen liegt. Wenn auf die Frage ein “Ach nichts…” folgt, hilft nur noch hilfloses Bohren und Sticheln, unangenehm für beide, langwierig und vielleicht sogar nicht von Erfolg gekrönt. Und trotzdem ist da dieses Gefühl, dass die ganzen Alltäglichkeiten und das Hin und Her zwischen den Themen nicht der Kern der Sache sind, der Grund des Telefonates, dem anderen etwas anderes auf dem Herzen liegt. Wie schaffst Du es, dass Dein Gesprächspartner zur Sache kommt und Du ihm mit seinem eigentlichen Problem helfen kannst? Beende einfach das Gespräch!
Wenn Du telefonierst, leg nur nicht sofort auf! Das könnte Dein Gesprächspartner in den falschen Hals bekommen. Bringe das Gespräch sanft zu einem Ende. “Nun gut…”, “Also…”, “So, ich werde mir jetzt mal was zu essen machen…”. Derartige Aussagen zeigen freundlich, aber unmissverständlich, dass Du planst, das Gespräch bald zu beenden. Vorbeendigungsphase nennt man dies. Wir nutzen häufig (unbewusst) diese Beendigung vor der eigentlichen Beendigung – dem finalen Tschüss und dem Auflegen -, weil sie auf elegante Weise klar macht, dass hier bald Schluss ist. So kommt das Ende nicht unerwartet. Zugleich hat Dein Gegenüber aber auch noch eine letzte Chance, ein für ihn wichtiges Thema auf den Tisch zu bringen. Deswegen kommen viele Menschen bei brisanten Themen nicht auf den Punkt und sagen erst, was auf dem Herzen liegt, wenn man ihnen die sprichwörtliche Pistole auf die Brust setzt.
Wenn Du das nächste Mal das Gefühl nicht los wirst, dass Dir dein Gegenüber eigentlich etwas ganz anderes erzählen will, dann unternimm einen Versuch, das Gespräch zu beenden. Wenn er jetzt nicht anbeißt, wollte er – in den meisten Fällen – wirklich nur ein wenig quatschen.
Photo von Jason Nicholls.
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2 Kommentare
Bleibt dann nur zu hoffen, dass der Gesprächspartner dieser indirekten Aufforderung auch nachkommt und nicht aus falschen Gründen (“er/sie/es hat ja noch zu tun”) es unterlässt (und dann natürlich später zum Vorwurf macht ;)). Auf der anderen Seite dann – “Pech”.
Guter Punkt. Das Feingefühl ist kritisch in diesem Zusammenhang. Wer brachial hier darauf pocht, etwas wichtigeres zu tun haben, wird kaum Erfolg haben. Es geht viel mehr um das seichte Beenden des Gespräches, um den Gegenüber dabei zu helfen, auf den Punkt zu kommen. Mir ist wichtig, dass es um ein Hinführen zum Helfen geht und nicht um willkürliche Manipulation des Gesprächspartners.