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Sei kein Fan, sei ein Macher
Ich habe einen Schlüsselanhänger in dem Braun meines Hundes (ohne den Metallicton) und mit seiner Form, ein T-Shirt meiner Lieblingsmarke für Bergausrüstung, nur ohne Funktion. Wer schon einmal eine Bettdecke mit vielen kleinen Kätzchen drauf aus dem Fenster hängend – zum Lüften – gesehen hat, weiß, wo ein Fan der eigenwilligen vier Pfoten wohnt.
Die Sache ist sonnenklar: Wir wollen dazugehören und signalisieren, wozu wir stehen. Merkwürdig nur, dass ich Shirts mit Klettermotiven trage, obwohl ich schon lange nicht mehr klettern war. Was sollen denn die anderen denken? Merkwürdig auch, dass ich manchmal länger nach coolem Scheiß im Internet suche, als mich wirklich mit dem zu beschäftigen, worum es geht. Ist Fan zu sein einfacher, als ein Macher zu sein? Bequemer? Komfortabler? Traumtanz?
Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Fan ist so wichtig, wie der Musiker auf einem Konzert oder der Spieler auf dem Fußballplatz. Und Macher sind nicht bloß gewissenlose Geschäftsleute, die die arme Gelegenheit bei dem Schopfe packen. Ich meine mit den Begriffen “Fan” und “Macher” den Unterschied zwischen der Heiligsprechung eines wichtigen Lebensbereiches durch alle möglichen Symbole und Markierungen und der Tatsache, dass man sich in der Zeit der Heiligsprechung auch gleich mit dem Kern der Sache, des Pudels Kern – für alle Hundefans wie mich – beschäftigen könnte. Um das, worum es eigentlich zu Beginn vielleicht einmal ging.
Sicher war mein Hund einer meiner großen Kindheitsträume und heute zeige ich gerne, dass ich mir diesen erfüllt habe. Ich habe ihn ja auch immer bei mir. Seine alte Hundemarke an meinem Autoschlüssel. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, all die Zeit, die ich mit Gedanken darüber verbringe, wie ich meine Hundeliebe allen außerhalb meines Herzens demonstrieren kann, lieber mit Kessy selbst verbringe. Macher bin, kein Fan. Ich bin mir sicher, dass es sie freut.
Photo von rockzoom.
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