Sei ein Spielkind!

3244471469_dd8a32aa7c_m.jpgWir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen.
Helen Hayes

Was tun, wenn Du nach einem anstrengenden Arbeitstag auf allen Vieren zur Couch kriechst? Einen Roman oder vielleicht doch ein Sachbuch lesen? Fernsehen? Videos ausleihen? Im Internet surfen? Videospiele? Das Zitat gibt den Wink mit dem Zaunpfahl.

Kurz nach meinem Studium habe ich es genossen, stumpfsinnig den ganzen Abend fern zu sehen. Nicht lernen, nicht lesen, einfach einmal Zeit verschwenden. In meinen nunmehr knapp 2 1/2 Jahren als Vollzeitarbeitnehmer habe ich die nun gesamte Palette der abendlichen Unterhaltung durch und bin zu dem Entschluss gekommen, öfter einmal wieder ein Spielkind zu sein.

Mein abendliches Unterhaltungsprogramm

In der Regel verbringe ich meine Arbeitstage mit dem gebannten Blick auf das Display meines Laptops. Abends mangelt es mir dann oft an der Motivation, wieder meinen privaten Rechner einzuschalten. Um ein Buch zu lesen, fehlt manchmal die notwendige Konzentration, um mich diesem gebührend widmen zu können. Mit dem Fernsehen habe ich es wieder einmal versucht. Leider fühle ich mich danach oft, als hätte ich meine Zeit verschwendet. Ein gutes Zeichen dafür, es sein zu lassen und nach einer Alternative zu schauen.

Meine Rückbesinnung auf durchzockte Nächte

Ich habe Videospiele lange als Zeitverschwendung abgetan – jetzt habe ich eine XBOX 360. Eine Rückbesinnung auf viele durchzockte Nächte als Jugendlicher, in denen ich Videospiele zum Ausgleich vom Lernen für die Schule oder nach einem anstrengenden Tag bei meinem Nebenjob gespielt habe. Und die “Spieltherapie” funktioniert auch mit 27 Jahren noch.

Welche Spiele entspannend wirken können

Das ist einfach: jedes Spiel, dass Dir Spaß macht. Aber ein genauerer Blick lohnt trotzdem.

Arcade-Spiele

Diese eignen sich meist für ein kurzes Intermezzo. Einige Minuten spielen, um den Kopf frei zu bekommen und um danach mit etwas anderem weiter zu machen.

Geschicklichkeitsspiele

Jump’n'Runs oder Autorennen fordern vor allem Deine Fingerfertigkeit und Reaktionsfähigkeit. Sie lösen Stress – positiven Stress – aus, der Dir keine andere Wahl lässt, als an nichts anderes zu denken.

Adventures

Adventures in der Ego- oder Third-Person-Perspektive, aber lassen Dich durch ihre oft komplexe Handlung und Spieltiefe in eine andere Welt abtauchen. Sie fordern mehr Dein Gehirn als die beiden anderen Kategorien, wenn Du dich jedoch auf die zu erzählende Geschichte voll und ganz einlässt, so kann das ebenso entspannend wirken.

Strategiespiele

Diese Spiele sind meist harte Denkarbeit und eigenen sich nach meinem Empfinden nicht so sehr zur Entspannung, sondern eher als eine Beschäfigung, die dem spaßigen Training des “Hirnmuskels” dient.

Sicher gibt es zahllose Unterkategorien und Grauzonen. Mir geht es hier aber eher darum, ein Gefühl zu vermitteln, wie Du Videospiele nutzen kannst, um Dir eine Auszeit zu gönnen.

Ohne Monitor geht es (besser)

Videospiele sind sicher nur eine von vielen Möglichkeiten. Zur geistigen Entspannung eignen sich idealer Weise einfache motorische Aufgaben, wie Frisbee- oder Ballspielen, ein Spaziergang, leichter Sport oder aber auch der Abwasch. Das Videospiel ist für mich aber zu einer echten Alternative geworden, wenn ich einen Abend auf der Couch verbringen möchte und einfach mal wieder etwas “Sinnloses” tun will.

Welche Techniken nutzt Du, um dich “auf der Couch” zu entspannen?

Das Foto des Spieleabends wurde von gnackgnackgnack aufgenommen.

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6 Kommentare

  1. Erstellt am 29. April 2010 um 19:03 | Permanent-Link

    Ich bin zwar nicht so ein Fan von PC-Spielen, aber dennoch benötige ich auch für die geistige Entspannung hin und wieder ein “Geschicklichkeitsspiel”, und wenn es so etwas Simples, wie Bubble-Schooter ist (komplizierte Puzzelstücke in eine gewünschte Form zu bringen und dabei Hindernisse umgehen, ist schon etwas anspruchsvoller, hat aber den gleichen Effekt). Die größte abendliche Beschäftigung für mich ist dennoch das Informationssammeln im Internet: also lesen, lesen, lesen – und nicht nur die üblichen Seiten mit dem oberflächlichen Blabla.

    Tipp (nur eine kleine Auswahl):
    http://www.spiegelfechter.com/ (politisch)
    http://www.nachdenkseiten.de/ (politisch und wirtschaftlich)
    http://konsumpf.de/ (wirtschaftlich, konsumkritisch)
    http://www.sein.de/ (spirituell)
    http://www.infokriegernews.de/ (gesellschaftskritisch)

    Es macht unheimlich Spaß, auf Entdeckungsreise zu gehen, neugierig zu bleiben und zu hinterfragen – wie ein Kind, das ständig fragt: Warum? – und selber forscht, weil die Antworten der Erwachsenen nicht befriedigend sind.

    • Tim
      Erstellt am 4. Mai 2010 um 14:17 | Permanent-Link

      Dankeschön für die Links! Werde ich mir einmal ansehen, was Du Abends liest. Oft bin ich Abends zu müde, um dann noch ernsthaft mich mit Texten zu beschäftigen. Schöne Geschichten, Gedichte, Aphorismen und derartiges sind entspannend – vielleicht auch bei einem guten Glas Wein. Kannst Du dich bei Sachtexten wirklich entspannen?

  2. Ben
    Erstellt am 30. April 2010 um 14:51 | Permanent-Link
    • Tim
      Erstellt am 4. Mai 2010 um 13:57 | Permanent-Link

      Genau deswegen sollten auch Hersteller ihre Spielekonsolen nicht alle “paar Wochen” neu herausbringen, damit nach den ersten Grafikschlachten und dem Technikausreizen wieder Inhalt, Ideenreichtum und Kreativität in den Vordergrund rücken. Diese Spiele werden dann langfristig dazu beitragen, das Bild in der Öffentlichkeit zu verbessern. Welches ist wohl die größere Legende? Monkey Island oder der Fluch der Karibik?

  3. Erstellt am 1. Mai 2010 um 07:45 | Permanent-Link

    Die “Spieltherapie” funktioniert auch noch mit 36 Jahren ;-) Auch mit zwei Kindern nehme ich mir dafür Zeit. Zwar nicht mehr so viel früher, aber immer mal wieder. Möchte ich auch nicht missen. Bei den Spielekategorien habe ich Egoshooter vermisst, hast du aber wahrscheinlich extra nicht aufgenommen, da negativ besetzt.

    • Tim
      Erstellt am 4. Mai 2010 um 13:43 | Permanent-Link

      Hallo Jens! Dank Dir für den Hinweis. Ich habe auch Ego-Shooter beim Schreiben der Passage über Adventures im Kopf gehabt, da hier viele Gemeinsamkeiten (in unterschiedlicher Ausprägung) bestehen, dass dann aber bei der Überschrift vergessen. Ego-Shooter sind sicherlich deswegen spannend, weil man in eine Welt eintaucht, die klare zu erreichende Ziele definiert. Eine herausragende Story, die einen Spannungsbogen aufbauen kann, sowie Missionen, die Hirn und Reaktionsfähigkeit beanspruchen, sind bestimmt das Salz in der Suppe – und der Entspannung dienlich. Shooter, in denen es um das reine, hirnlose und stumpfsinnige Abschlachten möglichst vieler Menschen/Monster/Aliens geht, steigern im schlimmsten Fall noch das Stresslevel deutlich! Abgesehen von jeglicher Ethik-Frage würde ich diese nicht empfehlen.

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