Vor kurzem habe ich auf eine Postkarte “Habe keine Angst!” geschrieben. Es scheint auf den ersten Blick eine simple, fast schon triviale Botschaft zu sein. Vor wem oder was sollte “ich” schon Angst haben? Vor der weltweiten Finanzkrise! Nein. “Ich” habe ja einen Job. Davor, im Dunkeln überfallen zu werden! Nein. “Hier” passiert nichts! Vor dem Verlust von etwas Geliebtem? Jetzt kommen wir der Sache schon etwas näher.
Denn nicht die vermeintlichen “großen” Ängste sind es, die eine echte Gefahr für das allgemeine Wohlbefinden darstellen. Es sind die vielen “kleinen” Ängste, die sich summieren und einen merklich von innen aushöhlen. Große Ängste lassen einen kurz erschrecken, dann sucht man eine Lösung. “Kleine” Ängste merkt man erst, wenn man bereits nicht mehr weiß, wovor man eigentlich genau Angst hatte und was genau der Stressauslöser war. Dann kann man nicht mehr nach einer Lösung suchen, denn die Ursache ist mittlerweile unbekannt und es beginnt ein Teufelskreis aus rotierenden Gedanken und Sorgen ums eigene glückliche Dasein. Was dann bleibt? Habe keine Angst! Sorgen sind auch “nur” Sorgen und vergehen, wie jeder andere Gedanke auch, wie jedes andere Gefühl auch. Eine spannende Idee: Einfach aufhören, sich Sorgen zu machen! Zu trivial? Leichter gesagt, als getan?
illumintedmind hat mir diese Idee begeisternd vor Augen geführt! zenhabits griff eben diesen Artikel auch in einem eigenen Beitrag auf.
Was Dich auch interessieren könnte
- Warum Du keine Angst vor Flugzeugabstürzen haben musst
- Was man aus Schaurig-Wunderbarem und Wunderbar-Schaurigem lernen kann
- Roland Kopp-Wichmann vs. Tim A. Bohlen: Teil 2
- In vier Schritten ein Thema abhaken
- Einmal erfolgreich, (vielleicht) immer erfolgreich
Und wenn Dir dieser Eintrag gefallen hat, kannst Du uns helfen, ihn bekannt zu machen: Erzähle anderen davon und abonnieren die Einträge! Danke dafür.
Facebook Twitter Mr. Wong Einträge abonnieren

3 Kommentare
Von den Anfängen moderner Selbsthilfeliteratur (wie Carnegies ) bis hin zu den Ergebnissen der Glücksforschung: “Angst”, besonders emotionale/zwischenmenschliche, nimmt immer dann eine zentrale Rolle ein, wenn es darum geht, sich das eigene “Glück” zu verbauen (andere wesentliche Faktoren sind zu hohe Erwartungshaltung, die zeitliche Lücke zwischen gesetzten Zielen und deren Erreichen sowie mangelnde Anpassungsfähigkeit). Das Loslassen, wie du so schön auffordernd in deinen Worten formuliert hast, spielt dabei eine wesentliche Rolle, um eine Vorraussetzung zum “glücklich” sein zu schaffen.
Das alleine reicht nämlich (leider) nicht, um glücklich zu werden. So wie es die vielen kleinen Ängste und Sorgen sind, die einem wirklich zusetzen, sind es die vielen kleinen und schönen Dinge, die einem – wenn man sich an ihnen erfreut – dabei helfen, sich “glücklich” zu fühlen. Zu akzeptieren, dass die Dinge so sind, wie sie nun mal sind, ist auch ein wichtiger Schritt (wie bei “illuminatedmind” erwähnt). Um aber glücklich zu bleiben oder “mehr” zu werden, braucht es dann doch ein wenig mehr: die Fähigkeit, sich (auch weiterhin) an kleinen Dingen zu erfreuen, sowie Gesundheit. Eine gesunde Partnerschaft hebt das Glücksgefühl auch (gipfelnd in der Hochzeit – allerdings nur einmalig, bei der zweiten Ehe funktioniert das nicht mehr).
Aus der Glücksforschung gibt es dann auch noch andere interessante Erkenntnisse: eine Religion auszuüben macht nur geringfügig glücklicher, seit der Emanzipation nimmt das Gücksgefühl der Frauen stetig ab (sie sind nur noch geringfügig glücklicher als Männer), Intelligenz wirkt sich nicht auf das Glücksgefühl aus, Bildung immerhin ein wenig , du möchtest kein Ausländer in der Schweiz sein um glücklich zu werden (anders: als Fremder in einem anderen Land zu leben macht unglücklicher), und es gibt einen positiven Bias in Richtung “weiße Hautfarbe”. Was das Alter angeht ist das Glücksgefühl übrigens eine Badewannenkurve.
Ein schöner Eintrag, um sich daran wieder zu erinnern: “Glück” kann man lernen (siehe Lazlo et al.). Danke, Tim!
Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem Kommentar, weil ich darauf angesprochen worden bin: Nein, Geld macht nicht glücklich – zumindest ab einer gewissen Grundversorgung. Der “Glücks-Effekt” einer Lohnerhöhung hält gerade mal zwei bis drei Monate (und die meisten Lotto-Millionäre stehen dazu noch zwei Jahre nach dem Gewinn finanziell schlechter da als vorher). Eine etwas differenziertere Analyse findet sich auf weltwoche.ch: .
Da sich der Mensch ständig vergleicht, hilft auch ein zynischer Tip: Einfach in eine Nachbarschaft ziehen, in der die Nachbarn im Schnitt weniger haben/verdienen.
Ich danke Dir für den Kommentar und den Nachtrag dazu. Je mehr man sich mit den unterschiedlichen Weltreliogionen beschäftigt und lernt, sie zwischen Heiligkeit und Opium einzuschätzen, je mehr man versucht, hinter das “System Welt” zu blicken, desto mehr Wissen häuft man an, das leider keine Weisheit ist. Wissen bringt einem jeden aber nichts, wenn er erkennt, dass es doch eigentlich nur darauf ankommt, glücklich zu sein. Wie? Das ist ganz einfach: Niemandem schaden, in welcher Weise auch immer. Beherzigt man diese Regel, so kann man alles tun, was einen glücklich macht. Was sollte einem da noch im Weg stehen?
2 Trackbacks
[...] Habe keine Angst! [...]
[...] Wie passend! [...]