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Gedankenhygiene oder wie man negative Gedanken wieder los wird
Ich befinde mich nun in der vierten Woche. In den drei vergangenen habe ich mich auf ein Experiment eingelassen, dass mir unrealistisch erschien, zu einfach und doch zu reizvoll, um es nicht einfach zu testen. “Zum Buddha werden in 5 Wochen” heißt das dazu gehörige Buch und dessen Name ist Programm. Neben vielem, was nachdenklich stimmt – auch wenn man das ja gerade eindämmen soll – gibt der Autor Gulio Cesare Giacobbe einen Tipp, der mir im Selbstversuch eine gute Hilfestellung geworden ist: Geistige Hygiene zu betreiben.
Sich negative Gedanken bewusst machen
Der erste Arbeitsschritt in der Gedankenhygiene: Sei achtsam und erkenne, was durch Deinen Kopf geistert. Wenn ein negativer Gedanke in Deinem Bewusstsein wieder auftaucht und alsbald wieder verschwindet, dann ist alles gut. Lass ihn bloß dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. Unsere Gedanken entstehen aus gelebten Erfahrungen oder vergangenen Gedanken und Emotionen. Sie tauchen auf und gehen wieder und haben in der Regel mit uns als Person weniger zu tun, als wir vermuten mögen. Doch manche Gedanken erscheinen uns so unangenehm, dass wir sie festhalten. Wir versuchen zu analysieren, was ihre Ursache ist und mit einem Mal drehen wir uns innerlich im Kreis, bis uns schlecht wird. Sobald eine Emotion ins Spiel kommt, wird die Sache nämlich gefährlich.
Gefährlich wird’s, wenn negative Gedanken sich mit Emotionen paaren
Wenn ein unangenehmer Gedanke es nicht schafft, uns zu packen und in seinem eisigen Griff festzuhalten, dann schafft es eine Emotion in der Regel allemal. Wir identifizieren uns meist noch stärker mit unseren Emotionen als mit unseren Gedanken. Hier wird es gefährlich. Emotionen wie Angst dienen unserem Überleben, doch heute treffen wir im Normalfall nicht mehr auf Schlangen oder Bären, die nach unserem Leben trachten. Meist trachten nicht einmal Menschen nach unserem Leben. Und trotzdem verspüren wir Angst, als wenn es um das nackte Überleben ginge. Nur weil wir uns mit einem negativen Gedanken und Gefühlen identifizieren: Warum habe ich das gedacht? Was läuft mit mir falsch? Könnte ich so etwas wirklich tun? Bin ich ein schlechter Mensch? Dabei sollte uns alleine die Tatsache, dass wir so über Negatives nachdenken schon darin bestärken, das eigentlich alles in Ordnung mit uns ist.
Gleiches mit Gleichem vergelten
Der zweite Schritt in der Gedankenhygiene: Statt uns von unsere Gedankenmühle zermalmen zu lassen, hilft ein einfacher Trick, der nur etwas Vorstellungskraft bedarf: Taucht ein negativer Gedanke auf, atme tief durch. Bereits wenige tiefe Atemzüge können den Körper schon wieder beruhigen. Jetzt stelle Dir genau den entgegengesetzten Gedanken vor. So intensiv, das auch die dazu gehörige positive Emotion wächst. Zugegeben, dieses Vorgehen benötigt ein wenig Übung. Wenn Du dich aber daran erinnerst, wie leicht es fällt, sich über den anstehenden Urlaub zu freuen oder über ein gemütliches Abendessen mit Freunden – also Situationen, die auch vorgestellt und nicht real sind -, dann siehst Du, dass es möglich ist, sich in eine angenehme Situation herein zu denken.
Jetzt aber schnell wieder in die Realität zurück
Der dritte Schritt in der Gedankenhygiene: Hast Du geschafft, diesen positiven entgegengesetzten Gedanken zu kultivieren, so wird sich der negative Gedanke allmälig verflüchtigen – mit samt dem unangenehmen emotionalen Rattenschwanz. Wenn Du dich jetzt umschaust, wirst Du erkennen, das alles gar nicht so schlimm ist, wie Du vor wenigen Minuten noch gedacht und vor allem gefühlt hast. Also raus aus der Gedankenwelt und ab in die Realität zurück! Denn dieser Trick soll Dich nicht in irgendwelche – zugegebener Maßen – nette Kopfkinowelten und weg von der Realität verfrachten. Er soll dabei helfen, mit der echten Welt wieder in Berührung zu kommen, so dass Du diese wieder genießen kannst. Und wenn doch einmal Angst auftaucht, weil ein Bär vor Dir steht, dann stell Dir nicht einen kuscheligen Plüschteddi vor, sondern lauf!
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