Erwartungen sind negativ, nicht Absichten

Ein Kind wartet auf seinen Freund Erlebnisse müssen nicht groß sein, um im Kopf hängen zu bleiben. Manchmal sind es die kleinen Erfahrungen, die etwas auf lange Sicht bewirken können. Gestern klärte mich ein Freund auf, welche Pläne ein gemeinsamer Bekannter hege.

Mein erstes Gefühl war flau, es kroch aus der Magengrube empor. Es dauerte einige Minuten, bis ich merkte, wie ich gleich negativ dachte. Da schossen Gedanken durch den Kopf, die von Intrige sprachen, vom Ausschluss von mir. Diese Gedanken mehrten sich, bewiesen sich gegenseitig und schufen ein Bild, dass ich nicht sehen wollte. Nicht weil es so war, wie es war, sondern weil ich es nicht bei mir haben wollte. Es hätte bleiben können, wo der Pfeffer wächst.

In diesem trübseligen Nebel schimmerte dann irgendwann eine Idee, dass vielleicht alles anders sein könnte, als ich dachte. Vielleicht hatte ich etwas nicht beachtet, nicht richtig verstanden. Hätte es sein können, dass doch alles anders war und der besagte Bekannte es gar gut gemeint hat? Sogar für alle Beteiligten?

Das Problem ist immer dann nicht so leicht aus der Welt zu schaffen, wenn man etwas über andere erfahren hat. Zu viele Unwägbarkeiten. Nichts direktes, was Offenheit ermöglicht hätte.

Dann habe ich mir eine Frage gestellt, die ich mir – hoffentlich – immer in solchen Momenten stellen werde:

Wie oft – und denke genau nach – passieren wirklich all die schlimmen Dinge, die Du dir immer ausmalst?

Meine Erwartungshaltungen sind negativ – nicht die Menschen, die mich umgeben. Wirklich schaden wollte mir noch nie jemand. Ist es einfacher, zu erkennen, dass nur ich mir immer im Weg stehe?

Photo von Herr Olsen.

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4 Kommentare

  1. Ben
    Erstellt am 9. September 2010 um 19:34 | Permanent-Link

    Verwandt:

    Erwarte das Schlimmste, hoffe aufs Beste.

    Deine Idee ist aber deutlich positiver. Schön!

    • Tim
      Erstellt am 12. September 2010 um 14:16 | Permanent-Link

      Genau das ist ja das Alberne. Man soll das Schlimmste erwarten… Man solle etwas erwarten, was in den meisten Fällen nicht eintrifft. Als würden Liebespärchen sehnsüchtig zum Himmel schauen, um sich bei einem Ufo-Absturz – an Stelle einer Sternschnuppe – etwas zu wünschen.

  2. SittingInMyKitchensi
    Erstellt am 18. September 2010 um 13:52 | Permanent-Link
    • Tim
      Erstellt am 21. September 2010 um 23:02 | Permanent-Link

      Ist das wieder von einem Dänen? :) Danke für den Tipp! Gucken wir, wenn wir zu Euch nach Berlin kommen.

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